Expedition Svalbard Voyage 7218 Day 5

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Day 5 - July 26, 2012 - Bråsvellbreen, Alkefjellet & Faksevågen, Svalbard 

By Juan Carlos Restrepo, Geologist

Co-ordinates: N 79º33'16", E 017º39'30"
Weather: Overcast
Air Temperature: 4ºC
Pressure: 1001 hPa
Wind: 10 knots

Early this morning the Silver Explorer approached Bråsvellbreen, the southern section of the nearly 190 km long glacier front of Austfonna. This impressive feature constitutes the longest glacier front in the northern hemisphere.

Austfonna - or east ice cap - together with Vestfonna (west ice cap), are considered the second glacier system in the north after the Greenlandic Ice Sheet. Occupying 8,450 sq km, these two massive ice caps cover the majority of the surface of Nordaustlandet.

As we approached Bråsvellbreen our guests gathered out on deck as Captain Boczek skilfully brought the ship close to the calving front and sailed along it. This 20 m high ice cliff is particularly beautiful and unique because of the torrential summer waterfalls that come through deeply incised channels, pouring melt water into the ocean.

At 11:45 Peter Damisch presented his lecture entitled “Nansen. Polar Explorer and Renaissance Man for all Seasons”. Nansen was a remarkable man, he was the first to cross Greenland and the first to intentionally beset his ship “Fram” on the ice and let it drift across the Arctic. But apart from these and other grand achievements he also did some fundamental work in biology, science and engineering, as well as the invention of scientific instruments, cooking equipment and sledges used today throughout the world.

Through the morning we sailed north along the Hinlopen Strait and after lunch we came in front of Alkefjellet, an impressive bird cliff on the western side of the strait. This dolerite intrusion is home to over 60.000 pairs of Brunnich’s Guillemots and as we cruised back and forth on our Zodiacs we had close looks at not only these birds but also Glaucous gulls, kittiwakes and even an Arctic fox.

This was the first time that we did a Zodiac cruise of Alkefjellet on this ship. I am glad we did it that way, as I think the place looks much grander from the low vantage point of a small inflatable boat.

We then proceeded north and then west into Faksevågen. Fakse Bay, so-named after a horse in Norse mythology, a small fjord inside the much larger Lomfjorden, on the east coast of Spitsbergen.

We carried out a landing between 6 and 10 pm and our guests had a chance to go for a great hike in the tundra, up to a 250 m high cliff. Faksevågen is quite a magnificent place with a little bit of everything, particularly wildflowers, reindeer, great geology and stunning landscape. This was the end of a long and very exciting day.

 
Tag 5
Juli 26, 2012
Michaela Mayer, Meeresbiologin


Heute kann ich ausschlafen! Nach den gestrigen aufregenden Tag mit den beiden Zodiac-Touren, nehme ich die Gelegenheit gerne war und gehe erst um 8h ins Restaurant zum Frühstücken. Einige Gäste aus Österreich sind auch schon wach und so plaudern wir ein bisschen während ich mein Müsli esse.

Draußen ist es ziemlich neblig und es regnet. Den ganzen Morgen fahren wir entlang der Austfonna Eiskante. Sie ist rund 200 km lang und damit die längste Eiskante der Nordhalbkugel. Gegen 9h nimmt Kapitän Adam Fahrt raus und wir fahren noch näher an die Eiskante ran. Ja, sie scheint greifbar zu sein, so nah heran navigiert uns die Brückenbesatzung. Eine gute Stunde schippern wir langsam voran, staunen über die vielen verschiedenen Blau- und Weißtöne im Eis. Regelmäßig fließen helle Wasserfälle von der 20-30 m hohen Eiskante in den dunklen Ozean.

Als wir weiter fahren, schaukelt die Silver Explorer zum ersten Mal auf dieser Reise ein wenig, hoffentlich wird niemand seekrank. Mein Kollege Harry aus dem Expeditionsteam berichtet am Vormittag von seinen Erlebnissen als Hundeschlittenführer und im Anschluss lausche ich den Abenteuern von Nansen hier in der Arktis, von denen der Historiker Peter Damisch vorträgt.

Kurz nach dem Mittagessen, das ich mit Gästen aus Australien einnehme, kommen wir beim Alkefjellet an. Das ist eine riesige Felsenkante mit zehntausenden von brütenden Dickschnabellummen und Dreizehenmöwen darauf. Es geht zu wie in einem Bienenstock, ein unterbrochenes Kommen und "Gehen", nur eben Vogelgeschrei statt Bienengebrumme. Unglaublich, mit unseren Zodiacs kommen wir bis an die Felsen heran und die Lummen sind kaum ein Meter über uns, aber dann bis zur Oberkante ca. 80 Meter dicht an dicht. Ich rate meinen Zodiac-Mitfahrern sicherheitshalber den Mund zu schließen, wenn sie nach oben schauen...

Am Ende des Kliffs ist auch ein Polarfuchs zu Hause, schwer zu entdecken mit seinem sommerlich braun gescheckten Fell in der ebenso gefärbten Landschaft. Die Dickschnabellummen, die auf dem Wasser schwimmen und mir und meinem Zodiac den Weg zur Silver Explorer versperren, sind so voll gefressen, dass sie sich kaum bewegen können, geschweige denn hoch fliegen. Nur langsam bahne ich mir den Weg zurück zum Schiff, um meine zweite Runde Gäste abzuholen.

Noch vor dem Abendessen ankert die Silver Explorer in Faksevågen, einer Seitenbucht des Lomfjords. Das Wetter ist leider heute den ganzen Tag nicht sehr gut, es regnet, nicht stark, aber permanent. Zum Glück ist kaum Wind, so dass wir unsere Aktivitäten machen können. Ich wandere zusammen mit Gästen in den Abend hinein auf eine kleine Anhöhe, wo man einen wunderbaren Ausblick über den Fjord hat. Auf dem Weg nach oben ist Zeit die kleine, aber hübsche Flora der Arktis zu bewundern, die sich auf dem oberflächlich aufgetauten Permafrostboden angesiedelt hat. Wunderliche Namen wie Roter Steinbrech, schmieliege Tulipa oder das übelläunige Walrosskraut haben Botaniker den kleinen Blümchen gegeben.

Als ich nach der Abendanlandung wieder an Bord komme, freue ich mich, dass für das ganze Expeditionsteam noch ein kleiner Abendsnack bereit steht. Vielen Dank an das Hoteldepartment!

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