Expedition Svalbard Voyage 7218 Day 3

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Day 3 - July 24, 2012 - The sea ice north of Nordaustlandet 

By Rich Pagen, Conservation Biologist

Co-ordinates: N 81º29'58", E 21º12'13"
Weather: Foggy, mostly cloudy
Air Temperature: 0ºC
Pressure: 994 hPa
Wind: 5 knots


I awoke to a new world, well to the north of Svalbard, where patches of sea ice were interspersed with stretches of open water. An eerie fog hung in the air, which the sun gained ground at burning away as it rose higher and higher in the sky.

This year, the sea ice that surrounds Svalbard during the winter broke up extremely early; and, during the night, the Silver Explorer had to travel quite far north to reach the ice edge. In fact, it seemed likely that the ship would end up further north today than any other time this season, and perhaps than any time in its history.

After our busy day yesterday, the ship was rather quiet this morning, with many people taking the opportunity to sleep in a bit. But most of us were out on deck enjoying the spectacular magical scenery when the call came from the Bridge that a polar bear had been spotted on the ice.

As the Silver Explorer pushed its way through the ice and fog, the bear finally came into view, its off-white fur actually contrasting strikingly with the ice on which it sat. As I scanned with binoculars, it became clear that there were two small cubs nestled up next to her. This was a mother with cubs, resting between stints hunting seals out on the ice.

Polar bears, despite our instinct to the contrary, are actually marine mammals, making their living often entirely from the sea. They can smell a seal on the ice 20 miles away, and when sea ice and the seals that live amongst it are present, they feed on seals almost exclusively. The fact that this female had two healthy-looking cubs suggested that the seal hunting had been good the past several months.

As the ship came to a stop several hundred meters from the bears, the female stood up and began walking towards us. Within minutes, the cubs followed her lead and soon we had the three bears just meters from the ship. The ship’s railings were lined with red jackets, and the only sound I could hear was that of cameras clicking away all around me. It was an amazing encounter, and one I will never forget.

After grabbing a cup of coffee to warm up, I headed back out on deck to scan for bears on the ice floes as they drifted past. Several groups of harp seals swam along the edge of the ice, while small flocks of little auks dove in the icy waters in search of their favorite food, plankton.

After a relaxing lunch sharing stories about our morning experience amidst the sea ice, I bundled up to watch the Silver Explorer’s Polar Plunge, where the heartiest (or perhaps craziest) among us went for a swim in these frigid High Arctic waters. At a latitude of N 81º30', the swimmers certainly had bragging rights. Shrieking voices and mad dashes for the swim ladder summarized this ultimate Arctic experience.

Following the show outside, I joined Marine Biologist Robin Aiello in The Theatre for her presentation, “Polar Bears From Tip To Tail”. Robin gave a brilliant introduction to the biology and adaptations of what can perhaps be best described as the Arctic’s most impressive top predator.

Following the lecture, the seats in The Theatre filled once again for a Recap & Briefing about tomorrow’s plans. I hadn’t been on the stage two minutes when the familiar sound of a PA announcement came over the speaker system. I immediately knew that another polar bear must have been sighted on the ice, and soon there was a steady flow of people out of the room in the direction of the outer decks.

This bear had only moments before caught a bearded seal, and was dragging it up onto an ice floe. The bear moved the seal around with an ease that was shocking, considering that the seal was about the same length as the bear. Ivory gulls and northern fulmars immediately began circling the kill, like vultures in the African savanna.

At one point, the bear took the seal back into the water and swam it over to another patch of ice. Once it had the now dead seal up on the ice, it began to attempt to scratch through the seal’s thick skin. It was an amazing sight to behold.

As the Silver Explorer pulled away from the bear, the sun began to shine through a gap in the clouds, illuminating the sea ice all around the ship. Fulmars glided past over mirror calm water, as the Svalbard’s northernmost islands came into view on the horizon. 
 

Tag 3
24. Juli 2012
Uli Kunz – Meeresbiologe und Zodiac-Fahrer


Die Suche nach dem Eis begann für das ganze Expeditionsteam pünktlich um 6 Uhr morgens auf der Brücke der Silver Explorer. Doch statt Eis erblickten die schlaftrunkenen Augen nur die graue Einöde dichten Nebels, der das ganze Schiff einzuhüllen schien. Die Sichtweite war teilweise geringer als 50 Meter, und nur das Radarbild ließ erkennen, dass wir gelegentlich lose Treibeisfelder passierten. In dieser Suppe einen Eisbären zu erblicken? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Wir waren nun schon nördlich des 81. Breitengrades, doch das dichte Packeis war immer noch nicht zu sehen. Geschweige irgendetwas anderes im dichten Nebel… Zeitverschwendung? So trübe wie der Himmel war dann auch die Stimmung im Expeditionsteam, als wir dennoch entschieden, uns weiter in Richtung Norden zu wagen…

Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Zur Auflockerung der angespannten Stille auf der Brücke ließ unsere Meeresbiologin Michaela verlauten, dass die Eisbären in Kürze auf Steuerbordseite erscheinen würden… Lachhaft!

Das Erstaunen war dann groß, als wir 3 Minuten nach Michaelas Ankündigung plötzlich einen großen Bären in unmittelbarer Nähe des Schiffes erblickten, der uns vermutlich genauso überrascht ansah wie sämtliche Augen von der Brücke und mit 6 Knoten Fahrt an uns vorbeirauschte…

Eine direkt eingeleitete Handbremswendung des Kapitäns brachte uns nach kurzer Zeit mit dem Bug voran zurück an die Eiskante, wo nach unserer Durchsage mittlerweile fast alle Gäste mit Kameras und Ferngläsern standen, um nach dem Bären im Nebel zu fahnden… Und beim Näherkommen erkannten wir schnell, dass unser Glück des ersten Tages uns auch am zweiten nicht im Stich gelassen hat: Die Eisbärin war nicht alleine, sie hatte noch ihre zwei kleinen Babys mitgebracht… Die Silver Explorer stoppte die Maschine in einiger Entfernung, um die Bärenmutter nicht zu stören, doch diese zeigte plötzlich großes Interesse an unserem Schiff und kam langsam näher. Durch Lockrufe der Mutter wurden auch die kleinen Bärchen angezogen, die neugierig über die Eisschollen stolperten, Männchen machten und sich auf dem Schnee rollten. Als die Bärenmutter direkt vor dem Bug des Schiffes stoppte und ihre Bärennase nach oben richtete, reckten sich ihr mindestens 150 Menschennasen mit langen Hälsen entgegen, um Zeuge dieser wundervollen Begegnung zu werden.

Direkt im Anschluss an das Bärentreffen erzählte unser Zoobiologe Harry im Theater aus dem Leben der Eisbären. Er präsentierte die erstaunlichen Anpassungen der Tiere, zeigte das Aufziehen der Jungtiere, die völlig hilflos und unterentwickelt in einer Schneehöhle geboren werden und zeigte einige Beispiele vom Zusammenleben von Mensch und Bär im hohen Norden der kanadischen Arktis.

Die Silver Explorer setzte ihren Kurs Richtung Norden fort, das dichte Packeis hatte sich extrem weit zurückgezogen, sodass wir langsam das Ende unserer Seekarten erreichten… Auf einer geographischen Breite von 81 Grad und 30 Minuten verließen wir den Bereich der bekannten Welt unserer Karten, stürzten aber erstaunlicherweise nicht in die Tiefe. Die Erde scheint doch rund zu sein…

Noch nie zuvor war die Silver Explorer so weit in den Norden vorgedrungen und das musste nun gebührend gefeiert werden. Angesichts der perfekten Bedingungen von spiegelglatter See und tropischen Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt zogen wir den Schluss, dass nur ein Sprung ins Eiswasser unsere Gäste zufriedenstellen konnte. Gesagt getan, drei Schlauchboote wurden ins Wasser gelassen, eine Badeleiter installiert und nur wenige Minuten später zeigten sich die ersten Wagemutigen, die vermutlich schon gestern beim Angesicht von Blau- und Belugawalen den Verstand verloren hatten.

Einige spitze Schreie später hatten 24 Gäste und zahlreiche Crewmitglieder unter dem Jubel der Schaulustigen den Weg ins kühle Nass gefunden… und wenige Sekunden später auch wieder hinaus.

Bei unserer Fahrt in Richtung Süden durchfuhren wir wieder einige dichte Nebelfelder, aber dann besserte sich die Sicht zunehmend und am Horizont waren sogar die sogenannten Sieben Inseln zu sehen. Viele Augen waren auf die unzähligen Eisschollen und Treibeisfelder gerichtet, auf denen vereinzelt Bart- und Sattelrobben gesichtet wurden, aber die geblichen Flecken stellten sich leider zu häufig als Eisblöcke heraus…

Umso größer war dann die Überraschung für (wiederum) Michaela, als sie eine Robbe beobachtete, die auf einer Eisscholle lag und urplötzlich von einer weißen Masse aufgeschreckt wurde, die unmittelbar vor ihr aus dem Wasser schoss. Aber der Schreck (für die Robbe) währte nur kurz, dann kam der Tod in Form eines gewaltigen Prankenhiebs des Eisbären, der seine Beute auf dem Eis erlegte. Kapitän Adam fuhr das Schiff bei spiegelglatter See ganz vorsichtig und langsam näher an den Bären heran und erlaubte uns so hervorragende Beobachtungen. Der Eisbär putzte sich zuerst das Blut aus dem Fell, drehte dann die Robbe hin und her und versuchte, sie mit seinen scharfen Krallen aufzuschlitzen. Wir wollten aber den Bären nicht lange bei seinem Vorhaben stören und ihn vom Fressen abhalten und verließen diese spektakuläre Szene inmitten eines großen Treibeisfeldes im Sonnenschein.

Ein aufregender Tag ging für unsere deutschsprachigen Gäste mit einer Vorschau auf den nächsten Tag (und natürlich mit dem Abendessen) zu Ende. Unser Mut, das Schiff so weit in den hohen Norden zu bringen, wurde mit fantastischen Begegnungen mit dem König (in diesem Fall auch mehreren) der Arktis belohnt.

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