EXPEDITION SPITSBERGEN VOYAGE 7217 DAY 6

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Day 6 - July 20, 2012 - Kapp Lee, Svalbard 

By Robin Aiello, Marine Biologist

Co-ordinates: N 78º06'00", E 20º55'00"
Weather: overcast
Air Temperature: 4ºC
Pressure: 1005 hPa
Wind: 15 knots


Our day started out with totally different plans than what eventually came to pass, but that is not unusual up here in the Arctic. Our original plans were to do a landing at Diskobukta at about 10am. We headed out in the scout boat and the Bear Guards searched the area extensively before giving us the go-ahead to proceed with the landing.

Our first Zodiac full of guests arrived onshore as planned and we were gathering together for the walk into the canyon, when far up – high on the mountain ridge about 2km away, a polar bear appeared over the horizon. So, of course, we had to cancel the landing and consider our options.

We decided to head a bit farther north to a historical sight called Kapp Lee. This location was used by many different peoples from many different countries over the centuries. Throughout the 1600’s, 1700’s and 1800’s it was frequently used by walrus and polar bear hunters. The Dutch were the first to appear in search of walrus ivory (tusks), followed by the Russian Pomors, and then the Norwegians.

The evidence of their success lies all over the shoreside. On one side of the landing, just up on the beach from where the walrus used to haul-out is a bone graveyard with thousands of skeletons of walrus killed over the years.

This was where I stayed throughout the landing to explain about walrus and why they chose this beach to haul-out. In the past years, we often found small herds of male walrus here, but for the past 2 years there have not been any. My personal belief is that they have run out of adequate food.

Walrus prefer to haul-out on beaches located near to large bays where the particular clams that they prefer to eat, survive in large numbers. But after searching the entire beach area I could not find a single fresh-dead clam. SO maybe something in the underwater realm changed and the clams no longer live here in large enough numbers to feed a herd of walrus. I don’t know, but maybe this is the case.

But we had a lovely time anyway walking around the sight and looking at the historical relics.

There were several reindeer in the open tundra behind the beach – and three of them got fairly close to us, providing us with great views. These Svalbard reindeer are a subspecies with quite distinctive features. They are smaller in size with shorter legs and a blunter snout. Both females and males have antlers, and one of these animals we saw had particularly large ones. It is amazing that these antlers are shed and regrown every year. The males drop them in early December and regrow them in time for the male-to-male combat during the breeding season in late summer. The females retain theirs until late January – until after their calves are born.

Once back onboard the Silver Explorer we gathered for our nightly Recap & Briefing and Conrad Combrink, our Expedition Leader, explained all about the activities for the next day – including the famous ‘Polar Plunge’ into the icy cold waters! I wonder how many guests will take the challenge! 
 
Voyage 7217
Tag 6
Juli 20, 2012
Stefan Kredel, Geologe


Heute wieder mal so ein Tag wo manches anders kam als geplant. Aber so ist es halt, wenn man hier oben im hohen Norden unterwegs ist.

Der ursprüngliche Plan war, früh morgens durch den Freemansund zu fahren, wo noch einiges Seeeis zu erwarten war. Und das bedeutet immer, ein gute Chance für weitere Eisbären.

Aber als wir gegen 05:00 Uhr im Bereich des Freemansund waren, war da kein Eis! Die Eiskarte von vorgestern hatte es für hier noch angegeben. Aber entweder ist es geschmolzen, oder eine starke Strömung hat es woanders hingebracht. Insofern waren wir auch schon etwas früher an unserem Ankerplatz vor Diskobukta.

Bei Diskobukta gibt es die Möglichkeit in einen kleinen Canyon zu gehen, in dessen Klippen abertausende Vögel nisten. Und da nicht alle Eier oben bleiben, und auch das eine oder andere Kücken mal aus dem Nest fällt, sind hier immer wieder Polarfüchse anzutreffen. Der Hunger treibt sie hierher.

Das Problem bei Diskobukta ist, das die Anlandung nur bei Hochwasser machbar ist. Der Strandbereich verläuft sehr flach ins Meer, und bei Niedrigwasser müsste man mehrer hundert Meter durch das Wasser laufen. Insofern war die Idee, um 10:00 Uhr zu starten, um bei Hochwasser, gegen 12:00 Uhr, den Wechsel der Gästegruppen durchzuführen. Soweit der Plan.

Wir kamen dann auch gut an Land. Alles schien perfekt zu sein, und so kamen auch schon die ersten 2 Boote mit Gästen an Land. Im dritten Boot sah eine Passagierin aus Österreich einen weißen Fleck weit oben am Hang. Dummerweise bewegte sich dieser weiße Fleck. Ein Eisbär!

In solchen Situationen gibt es keine Diskussion, die Anlandung wird abgebrochen. Auch wenn der Eisbär – zum Glück – noch einiges weg war, will und darf man hier kein Risiko eingehen. Und so ging es ruckzuck, dass alle Gäste und auch wir vom Expeditionsteam wieder zurück an Bord waren.

Nun war ein Plan B gefragt. Und die Entscheidung war schnell getroffen. Sie hieß „Kapp Lee“. Es ist eine Stelle, die nur etwa 1,5 Stunden Fahrtzeit entfernt ist, und sie hat auch einiges zu bieten. Vorneweg die Geologie! Der junge Dolerit (Kreide) durchschlägt hier die Sedimentschichten aus der Trias! Also Altersunterschied von um die 150 Millionen Jahren hier! Wenn das nix ist. Auch sonst gibt es dort manches zu sehen. Die achtseitige Trapperhütte, viele Skelette von Walrössern, die hier einst geschlachtet wurden, und oft hat es hier auch Walrösser (lebend!) am Strand.

Kurz nach dem Mittagessen waren wir dann dort. Lebende Walrösser war Fehlanzeige, aber ansonsten war alles bestens für eine Anlandung. An Land angekommen, teilten wir uns auf. Die Meeresbiologinnen stand bei den Walrossknochen, unser Historiker bei der Hütte, und ich bei der Geologie, die von vielen verschiedenen Blumen übersät war. Ich werde hier noch zum richtigen Floristen, oder doch eher Botaniker …?! Auch ein paar Rentiere kamen recht nah zu uns.

Als wir zurück an Bord waren, ging es dann auch schon bald zum „Rückblick und Vorschau“. Unsere Pläne für Morgen waren komplex, so brauchte ich rund ein viertel Stunde dazu, und dann versuchte ich auch noch die Geologie von Svalbard in 10 Minuten zu erklären. Unser Historiker Peter hatte uns auch noch besucht, und Ulli zeigte uns die Unterwasserwelt um Svalbard.

Im Anschluss hatte ich die Ehre mit Conrad am Tisch einer siebenköpfigen Familie eingeladen zu sein. Ein lustiger und entspannter Abend!

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