EXPEDITION SVALBARD II VOYAGE 7216 DAY 10

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Day 10 - July 14, 2012 - Ny Alesund, 14 of July Glacier, Svalbard 

By Luciano “Luqui” Bernacchi, Birder, Glacier Guide

Co-ordinates: N 78º 41' 18", E 018º 21' 36"
Weather: partially cloudy, afternoon clear.
Air Temperature: 3,9ºC
Pressure: 1007 hPa
Wind: 12 km


Out last day for this Arctic trip! During the night Silver Explorer had come alongside at Ny Alesund, so when I woke up I looked out at the pier, boats, and buildings of this interesting research community and historical site.

After breakfast the Expedition Team was positioned in various points so we could give some information: I walked and stood by a pond, next to the little train that used to transport coal from the mines inland to the ships. The area is very good for birds and I spent almost all morning pointing out several species that were nesting in the surroundings. Arctic terns, with their aggressive low flights to all intruders, Ringed plovers, Red Throated Divers, Barnacle Geese, and other Arctic Birds. The terns captures everyone’s attention as they had minute chicks, lovely little fluffy balls that walked about, and the parents went back and forth to the nearby sea to bring small fish for them.

As I chatted with guests I also gave some directions, to the Post Office, the shop, museum, and general information of Ny Alesund. Since 1954 it became an international research village with stations representing several countries and coordinated by the Norwegian Polar Institute.

We all returned to have lunch on board while the Silver Explorer repositioned to the nearby “14 of July Glacier”. This was our last afternoon before tomorrow’s disembarkation in Longyearbyen. I really like this landing because it combines beautiful scenery, a hike to the lateral moraine and onto the ice of the glacier, and some great birds such as Brunnich’s Guillemot and the not-so-common Puffin in Svalbard.

I took the first group along the beach, towards the glacier and on the way we saw some nice calving, at the glacier snout, a short time later the wake that was produced by the calving arrived at the shore where we were walking. Once we left terra firma, and stepped onto the ice, it was a great opportunity for me to show several features that occur on the surface of a glacier. Glacier tables, cryocones, crevasses, the structure of ice crystals. The weather got better as the afternoon progressed, and the views were really magnificent.

I walked back again towards the landing site as I had to drive Zodiacs. So as groups slowly came back to return on board, I went past some small cliffs just a few hundred meters from the landing site, and we got excellent views of Puffins, Guillemots, and Glaucous Gulls. The puffins were especially interesting as they are mostly sub-arctic birds so they are not so abundant. In Svalbard they nest in rock crevices instead of burrows, like everywhere else.

In the evening our Onboard Photographer Elliott Neep presented a screening of his work this journey. It was a trip down memory lane and made us all go back to the experiences we’ve shared during the past ten days.

Silver Explorer sails south along the west coast of Svalbard as I enjoy a lovely dinner, and say farewell to the guests with whom we have shared so many great moments.
 
Tag 10
14. Juli 2012
Uli Kunz – Meeresbiologe und Zodiac-Fahrer


Es ist ein Heimatlied… Die Rückkehr in das Wissenschaftsdorf Ny Alesund an der Westseite von Spitsbergen weckt in mir immer wieder tolle Erinnerungen an die Zeit, als ich dort als Forschungstaucher ein halbes Jahr verbracht habe. Die Silver Explorer ging am Morgen an die Pier und wenig später verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Ortschaft durch unsere 120 Gäste, die auf Erkundungstour gingen! Vergleichsweise wenig, bedenkt man die großen Kreuzfahrtschiffe, die manchmal über 1.000 Menschen in die arktische Tundra fluten und damit die Ortschaft überschwemmen…

Da es Samstagmorgen war, lag das Dorf noch in einem Dornröschenschlaf und selbst der Souvenirshop und damit das größte Einkaufs“Zentrum“ der Arktis öffnete erst um 10 Uhr seine Pforten. Gut Wissenschaft will Weile haben…
Unsere Historiker Christian und Peter empfingen die Gäste, die sich einige Meter außerhalb des Dorfes um eine alte Stahlkonstruktion gruppierten, und erläuterten die Geschichte des großen norwegischen Helden Roald Amundsen, der nicht nur als erster Mensch am Südpol stand, sondern auch als erster Mensch den Nordpol mit einem Luftschiff erreichte, das vor 86 Jahren genau hier an diesem Mast befestigt wurde.
Uere Bärenwächter hatten sich außerhalb der Siedlung stationiert, um nach Eisbären Ausschau zu halten, denn erst vor einer Woche wurde ein Bär direkt in der Siedlung gesehen und daraufhin verjagt.

Während vor der Tür nichts von ihm zu sehen war, tobte im Souvenirshop derweil der (Eis)Bär. Eine lange Schlange bildete sich vor der Kasse, denn die meisten Gäste hatten nicht nur eine Tafel Schokolade gekauft, sondern gleich noch ganze Kartenwerke, bedruckte Tassen, Schlüsselanhänger, Bilderbände und weiß befellte Kuscheltiere. Der Nachschub an den gefragten Erinnerungsstücken muss höchst effektiv organisiert werden, denn wie mir die Kassiererin erzählte, sähe der Shop wie eine leergeräumte Bretterbude aus, wenn einmal ein großes Kreuzfahrtschiff am Pier sei.

Für die Mittagszeit hatte sich unser ganzes Hotel-, Restaurant- und Küchenteam eine besondere Überraschung einfallen lassen: Der Speisesaal war geschmückt mit Flaggen verschiedenster Nationen und die vollen Tröge und Pfannen beinhalteten genauso viele verschiedenen Gerichte von indonesischem Teriyaki und mauritianischen Sauerfischen über norwegischen Lachs und schottischem Hochlandrind bis malawischem Apfelkompott und deutscher Kasslerwurst. Ein Festessen!

Der 14. Juli musste natürlich ganz besonders gefeiert werden und das geht am besten am Gletscher gleichen Namens. Kein Witz, das blauschimmernde, langsam den Berg herabfließende Monstrum wurde durch eine französische Expedition schon vor mehreren Jahrzehnten entdeckt und nach dem Nationalfeiertag der Franzosen benannt. Passend gemacht.

Beim Hineinfahren in den Krossfjord entdeckten unsere Bärenwächter von der Brücke einen Eisbären, der aber glücklicherweise auf der anderen Seite der Bucht am Strand auf- und ablief und unsere Anlandung nicht gefährdete. Doch natürlich wurde er die ganze Zeit über weiterhin beobachtet, denn wäre er auf einmal ins Wasser abgebogen und zu uns herübergeschwommen, hätten wir die Landung abbrechen müssen.

Nach dem Begrüßen und Verabschieden alter und junger Freunde und Freundinnen auf dem Expeditionsschiff Plancius, das gerade die Segel setzte und aus dem Fjord herausfuhr, brachten wir unsere Gäste mit den Schlauchbooten an einen Sandstrand, von dem aus sie den Weg zum Gletscher des besagten 14. Julis antreten konnten.

Ich begleitete eine Gruppe unserer schweizerischen Gäste bis zum Fuß des Gletschers, der an diesem Tag besonders aktiv zu sein schien und immer wieder gewaltige Mengen Eis ins Meer kalbte. Die dabei entstehende Flutwelle war auch in einigen Kilometern Entfernung an unserer Landestelle noch deutlich zu spüren und wir mussten mehrmals unsere Schlauchboote wieder zurück ins Wasser schleifen.

Die tiefliegenden grauen Wolken verzogen sich am späten Nachmittag endgültig und machten Platz für herrlichen Sonnenschein, der die steilen Klippen, über und über mit brütenden Vögeln besetzt, das dazwischenliegende grüne Moos und die dahinziehenden Rentiere zum Leuchten brachte.

Vor dem Abendessen zeigte unser Bordfotograf Elliott Neep seinen Film der Reise, der alle fantastischen, schönen und denkwürdigen Momente der Reise noch einmal in Erinnerung holte und einen wunderbaren Abschluss unserer Expedition in die arktische Weite von Spitsbergen darstellte.

Schau’n Sie bald wieder rein, denn etwas Spaß muss sein,
und heißt es Bühne frei, dann sind Sie mit dabei,
die Show muss weitergeh’n, auf Wiedersehen!

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