Expedition Svalbard Voyage 7215 Day 6

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Day 6 - June 30, 2012 - Palanderbukta, Svalbard 

By Luciano “Luqui” Bernacchi, Birder, Glacier Guide

Co-ordinates: N 79º 38 ' 39", E 020º 33' 29"
Weather: partially cloudy
Air Temperature: 0,9ºC
Pressure: 1015 hPa
Wind: no wind


My day started very early, when after a quick coffee I jumped in a Zodiac together with fellow Expedition Team members. We had spent the night at anchor in Zeipelodden, Palanderbukta, and the plan was to land and guide some walks in the Polar Desert. After driving some guests to the shore, I joined a group to guide them together with Juan Carlos and Rapa, colleagues from the Expedition Team.

At first glance this area is absolutely barren, beaten by strong colds winds most of the year, and locked in solid ice every winter. But in the short summers months, life appears, and I always find it interesting to look around this harsh environment.

We pointed out various formations on the ground, frost patterns, as they are known, stone rings, ice wedges, troll bread and other interesting permafrost-related formations. I explained how fossil or raised beaches are formed as the crust slowly rises being free of the weight of ice, so yesteryear's shoreline is now far away form the water. This is how one can find whalebones, and shallow-dwelling shells several hundred meters from the shoreline.

After the morning's activities, the Silver Explorer repositioned to arrive in the early afternoon hours to the busy bird cliffs of Alkafjellet. I had lunch and relaxed a little bit after, but it was soon time to head to the Bridge to make an announcement about the nesting birds of these 100-metres-high cliffs. This colony has 60,000 breeding pairs of Brunnich's Guillemots, aka Thick-billed Murres.

I went out on Deck 4 forward as the Captain put the bow of the Silver Explorer very close to the cliffs, and slowly drifted sideways for about an hour. I shared some information about the breeding biology of this bird. The Auk family, which includes Puffins, Murres and Guillemots, is the most typical bird family of the Arctic regions. They are superb wing-propelled-divers, and for many they are the ecological counterparts of penguins in the northern hemisphere.

The time spent just below the cliffs, with hundreds of birds flying about, is always memorable. Luckily the weather was fine with very calm waters, and that allowed for excellent photographic possibilities. I tried to capture Guillemots in flight with my camera, and hopefully I got a few good pictures. At one point I pointed out a few Glaucous gulls standing sentinel to snatch an egg. By looking through binoculars a few eggs became visible on the ledges where the Guillemots lay their single egg.

After a while we resumed course, as we had to sail quite a distance for tomorrow's exciting day, and the far north-east in the island of Storoya.

After getting ready and dressed I attended the Venetian Cocktail Party in The Theatre. Tonight's Venetian Dinner had been strategically scheduled to begin a bit earlier than usual, so that just towards the end of dinner, we arrived at the amazingly vast, 190-km-long glacier face of the Austfonna Ice-Cap. I went to the Bridge to make an announcement and share some information about the largest Ice-Cap in the northern hemisphere, after the Greenland Ice-Sheet.

This Icecap is enormous, with a total surface of 8,400 square kilometres, and it covers most of the island of Nordaustlandet. I was very interested is this particular glacier, the Brasvellbreen, as it is one of the many in Svalbard that surged (multiplied its speed and advanced) during the 1930s. The Captain manoeuvred the Silver Explorer as to offer breathtaking views of the glacier terminus, both from the outer decks as well as from The Restaurant.

Soon most guests joined the Expedition Team on the outer decks. The evening was beautiful and sunny, with no wind at all. The scenery was truly magical with the numerous waterfalls that cascade down the face of ice, as during this time of the year many rivers flow on the surface of the glacier as it melts, forming a beautiful picture with the sun glowing through the falling water.

Time passed quickly and I shared everyone's excitement for being privileged to be here.

Another unforgettable Arctic day!
 
 
Tag 6
Juni 30, 2012
Von Stefan Kredel, Geologe

Schon wieder so ein früher Morgen! Ich musste um kurz vor 06:00 Uhr auf der Brücke sein, um Robins Morgendurchsage zu übersetzen. Und diese wird immer 1 Stunde vor der ersten Ausschiffung getätigt. Also stehe ich kurz vor 06:00 Uhr auf der Brücke und lausche Robins Durchsage, damit ich dann auch all dieselben Informationen noch mal auf Deutsch wiederholen kann. Ich glaube zwar nicht so ganz, dass alle Deutschsprachigen Gäste heute wirklich zugehört haben, denn sie waren erst in der zweiten Runde um 08:30 Uhr dran. Aber für den Fall der Fälle habe ich doch alles recht getreu ins Deutsche übertragen. Danach bin ich schnell in die Crewmesse um meinen Koffeinpegel auf einen vertretbaren Level zu bekommen. Und dann ging es auch schon raus.

Unser erstes Ziel für heute Morgen hieß „Zeipelodden“. Wie Robin hier gerne sagt, eine Landung in einer polaren Wüste. Auch wenn die Landschaft recht karg aussieht, so fanden wir doch einige Blümchen, wie den roten Steinbrech und das Kissen-Felsenblümchen. Aber der Morgen stand sicherlich überwiegend im Zeichen der Geologie und Geomorphologie. Wunderschöne Permafrosterscheinungen waren zu sehen. So zum Beispiel perfekte Polygonringe aus Steinen, die durch jährliches Gefrieren und Auftauen des Bodens entstehen. Manche waren so perfekt ausgebildet, dass manch Gäste schon den leisen (?) Verdacht hegten, dass WIR diese Ringe aus lauter Langweile gebildet hätten.

Auch einiges an Fossilien war in den etwa 300 Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen zu finden. Vor allem Brachiopoden waren vorhanden. Aber auch die Vorstufe eines Fossils war zu sehen. Der Schädel eines Eisbärenjungen lag noch immer hier. Er ist nun schon das 8. Jahr hier am Strand. Schön mal das Gebiss eines Eisbären gefahrlos aus der Nähe anschauen zu können.

Nachdem wir 2 Gruppen über den Strand geführt hatten, ging es zurück an Bord. Mehr Kaffee war mein erstes Ziel. Dann ging es gleich wieder auf die Brücke. Das Schiff manövrierte tiefer in die Palanderbukta. Die Bucht ist landschaftlich reizvoll, mit Gletscher bis zur Wasserlinie runterkommend. Außerdem hatten wir letzte Reise auf dem so genannten „Fast Ice“ vor der Gletscherabbruchkante Robben und einen Eisbären gesehen. Auch dieses Mal sahen wir Robben. 4 Walrösser (Ja, in der deutschsprachigen Alpenregion sagt man „Walrösser“ und nicht „Walrosse“!) waren auf einer viel zu klein wirkenden Eisscholle. Dann wurde der erste Eisbär vom Autor gesichtet. Auch der Kapitän sah ihn noch. Aber dann war er verschwunden, der Eisbär, vermutlich in ein Höhle, Mulde oder wo hin auch immer. Aber ein zweiter Eisbär wurde gesichtet, einen den alle sehen können. Allerdings war er nah am Strand, auf einem Stück Seeeis. Und von dem Zodiac, was zur Erkundung ausgesendet wurde, erfuhren wir, dass eine gute Sichtung vom Zodiac nicht möglich wäre. Zu weit weg und zu niedrig über dem Wasser, der Standpunkt.

So fuhren wir während des Mittagessens zu unserem nächsten Ziel, „Alkefellet“. Dies ist ein recht eindrücklicher Vogelfelsen. Angeblich sollen hier 60.000 Brutpaare (!) von Dickschnabellummen aktiv sein. Und dann noch ein „paar“ Dreizehenmöwen. Kapitän brachte die Silber Explorer wieder sehr nah an die Klippe. Und dieses Mal traf es mich … mein Anorak zeigte deutlich Spuren von frischestem Guano auf …

Direkt im Anschluss folgte das Recap & Briefing. Diesmal unterstützte uns Luqui, unser argentinischer Ornithologe.
Im Anschluss genossen mein Kabinenkollege Rapa und ich einen Tee in der Kaffee- und Teestunde. Wir unterhielten uns mit Gästen über Südamerika.

Im Anschluss musste der feine Zwirn angelegt werden. Venetian Cocktail stand auf dem Programm. Hier treffen sich alle Gäste, die mehr als einmal schon mit einem Silversea Schiff unterwegs waren.

Nach dem Abendessen gab es dann noch einen weiteren Höhepunkt: Die Schiffspassage entlang des Eisschildes Austfonna. Quasi ein Eis-nach-Tisch, wenn man es dann wörtlich sehen wöllte …
Die Abbruchkante soll 190 km lang sein! Wir sind natürlich nur einen Teil davon entlang gefahren. Aber es waren unglaublich schöne Lichtverhältnisse, und wie erhofft hatten sich auf Grund der Temperaturen auch einige Schmelzwasserwasserfälle (komisches Wort!) gebildet. Diese Wasserfälle stürzten von der Oberfläche der Eiskappe etwa 25 m in die Tiefe. Fast alle Gäste verweilten auf dem Vordeck und betrachteten dieses ungewöhnliche Naturspektakel.

Um 22:00 Uhr war es Zeit ins Bett zu gehen, denn auch Morgen sollte es wieder früh losgehen.

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