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Day 3 - July 15, 2011 - Lomfjorden, Faxevägen, Spitsbergen, Norway

By Hans-Peter Reinthaler, Biologist

 

Co-ordinates: 79°33’N, 17°48’E
Weather: bewölkt, Regen und Schnee
Air Temperature: 0°C


Es war ein früher Morgen an diesem Freitag auf der Silver Explorer als sie die Hinlopenstrasse nach Süden segelte. Mitglieder vom Expeditionsteam waren auf der Suche nach 2 Dingen: Eisbär oder Walrosse. Unser Ziel war Torellneset ein bekannter Walrossruheplatz in dieser Gegend. Nebel entlang der Küste verhinderte eine gute Sicht auf die Stelle. Als wir dann schließlich nah genug waren war die Enttäuschung sehr groß. Keine Walrosse waren zu sehen, noch dazu hatte nun der Wind zugenommen und Böen mit bis zu 50 Knoten fegten durch die Hinlopenstrasse. An eine Anlandung war da gar nicht zu denken, und hätte sowieso keinen Sinn gemacht da wie gesagt die Walrosse momentan woanders sich aufhielten.

Es war also Plan B gefragt schnell wurde beraten zwischen Kapitän und Expeditionsleiter welches Ziel wir ansteuern sollten und es wurde beschlossen die Vogelfelsen am Alkefjellet zu besuchen. Bis dahin waren es ca. 20 Seemeilen also genug Zeit um einen Vortrag einzuplanen und was wäre besser geeignet gewesen als die Präsentation von unserer Ornithologin an Bord. Astrid gab eine Einführung in die Meeresvögel der Arktis. Ein ausgezeichneter Überblick über die Arten deren Ökologie und Biologie. So vorbereitet erreichte die Silver Explorer gegen 11:15 Uhr die Vogelklippen.

Kapitän Golubev fuhr das Schiff an die Felsen heran und unsere Gäste bekamen einen ausgezeichneten Eindruck von der ungeheuren Anzahl der Trottellummen, Dickschnabellummen, Eismöwen und Dreizehenmöwen die hier ihre Brutplätze haben. Am Höhepunkt der Brutsaison sollen bis zu 80.000 Brutpaare ihr Nistgeschäft hier betreiben. Der Wind lies auch nach und so drifteten wir entlang der Klippen und genossen dises ungewöhnlich Schauspiel.

Nach gut einer Stunde verließen wir Alkefjellet und nahmen Kurs auf Palanderbukta im Wahlbergfjorden. Geplant war dort ein Landgang in einer typischen Polarwüste. Aber schon bald war klar das auch hier eine Landung unmöglich sein würde. Nicht weil es zu starke Winde gab, sondern weil der gesamte Fjord von Eis bedeck war. Die Silver Explorer kämpfte sich durch das Eis und das Expeditionsteam hielt Ausschau nach Eisbären. Trotzdem das viele Augenpaare die Eisfläche absuchten hatten wir keinen Erfolg und gingen auch diesmal wieder leer aus. Kein Eisbär, keine Anlandung was sollen wir jetzt tun.

Wie an einem guten Expeditionstag gab es natürlich einen Plan C und dieser bestand darin in den Lomfjorden zu fahren. Dies ist ein kleiner Fjord an der Ostküste der Insel Spitzbergen, der genügend Schutz vor Winden bietet aber wo auch kleine kurze Wanderungen über die Tundra möglich sind.

Es war 16:30 Uhr als die Silver Explorer in der Faksevägen Bucht vor Anker ging. Schnell waren die Zodiak im Wasser und die Scoutboote fuhren hinaus um die Gegend nach Eisbären abzusuchen. Kurze Zeit später gab es von unseren Bear Guards grünes Licht und die Ausbootung konnte beginnen.

In kleinen Gruppen führten meine Kollegen und ich unsere Gäste über die Tundra, die sehr viele interessante Dinge für Erklärungen zu diesem Ökosystem bot. Auch die Flora gab ihr “Bestes”, Gegenblättriger Steinbrech, Vierkantige Moorheide, Läusekraut, Stängelloses Leimkraut und sogar der Svalbard Mohn waren am Blühen und verwandelten die Exkursion in eine Einführung in die Pflanzenwelt von Spitzbergen.

Oben an der Kuppe angekommen hatten unsere Gäste die Möglichkeit die schnelle Rück tour zu nehmen, das hieß eine Rutschpartie über ein Schneefeld oder die langsame Variante, welche denselben Weg zurückging, den wir gekommen waren. Viele der Gäste entschieden sich natürlich für die Schneefeldvariante. Später während der Exkursion begann es noch zu schneien und Spitzbergen zeigte sich von seiner richtig arktischen Seite.

Nach einem langen Expeditions Tag genossen unsere Gäste das ausgezeichnete Service und Essen im Restaurant, während die Silver Explorer aus dem Lomfjorden hinaus segelt mit Kurs auf das nächste Ziel.

 

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