''Expedition Svalbard III'' Voyage 7115 Day 2

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Day 2 - July 14, 2011 - Raudfjord, Svalbard, Norwegen

By Christian Walter, Historiker

Co-ordinates: 79 ° 47 ‘ N, 11° 57 ‘ O
Weather: sonnig, vereinzelte Wolken am Morgen, bewölkt ab Mittag; kalt


Der Tag begann mit einer Ansage von Hans-Peter, unserem „Sprecher“. Die Silver Explorer befand sich in der Einfahrt des Smeerenburgfjordes.

Blauer Himmel, 4° Celsius und ruhige See boten eine perfekte Möglichkeit, die Naturschönheiten Nordwestspitzbergens während des Frühstücks in aller Ruhe vorbeiziehen zu lassen.

Während der Fahrt in Richtung Raudfjord passierten wir um 09:00 Uhr die Amsterdamoya. Der Name geht auf die holländischen Walfänger zurück, die im 17.Jahrhundert hier ihre wohl wichtigste Landstation errichtet hatten. Aus der Ferne konnte man nur noch die Überreste der ehemaligen Tranöfen in Ufernähe erkennen.

Die Bedingungen vor der Nordwestküste Spitzbergens waren gut, aber die Bewölkung nahm leider ständig zu. Das Restaurant konnte bis um 10:00 Uhr für das Frühstück genutzt werden, doch um die Zeit bis zu unserer Ankunft im Raudfjord nicht unnütz verstreichen zu lassen, nahm das Expeditions-Team die Gelegenheit, zwei verschiedene Dinge gleichzeitig zu tun.

Während Kara, Juan, Karolina und Srigley sich in zwei Zodiacs auf Bärensuche begaben, teilte sich der Rest des Teams in Hüter/Innen der Stiefel im „Mud-room“ (besser vielleicht „Umkleideraum“) und Verteiler draußen vor der Rezeption, die die Bestellungen entgegen nahmen, bzw. bei der Anprobe der Stiefel halfen. Damit nicht alle Gäste gleichzeitig nach Stiefel fragten, wurde je nach Deck aufgerufen, und schon bald war jede/r mit passenden Stiefeln versorgt.

Der nächste Programmpunkt war die obligatorische „AECO“-Einweisung im Theater. „AECO“ ist die Vereinigung von Expeditionskreuzfahrt-Veranstaltern, die in arktischen Gewässern unterwegs sind. Diese Gruppe von Anbietern hatte sich 2003 zusammengeschlossen, um ein sicheres und umweltgerechtes Verhalten ihrer Gäste in der Arktis (Svalbard/Spitzbergen, Jan Mayen und Grönland) zu garantieren und war nach dem Vorbild der „IAATO“, der Vereinigung der Anbieter in der Antarktis, geschaffen.

Anschließend gab es die Vorschau auf den heutigen Nachmittag und auch den Plan unseres morgigen Tages. Die Konzentration des Eises bestimmt, ob und wo wir anlanden können oder vielleicht sogar unsere Pläne ändern müssen, weil zu viel Eis den Weg versperrt. Die Bedingungen in der Hinlopenstreet wurden als relativ gut vorausgesagt, und drei verschiedene Punkte wurden für Landgang, Zodiacfahrt oder Anschauen vom Schiff ins Auge gefasst. Hans Peter machte darauf aufmerksam, dass die Besatzung an Bord für allen Service und das Expeditionsteam an Land und in den Zodiacs für die Betreuung zuständig wäre, das Wetter allerdings von den Gästen bestimmt werde…

Die Frage, ob man/frau in einem Zodiac seekrank werden könne, beantwortete ich mit: „theoretisch nein, praktisch ja“, denn mir selbst ist zweimal in einem geankerten (!) Zodiac seekrank geworden –allerdings bei starkem Wellengang und ständigem Bücken und Aufstehen, um Schnorchlern aus dem Wasser zu helfen….

Pünktlich um 13:00 Uhr fiel der Anker in dem Raudfjord (s. Positionsangabe), und die Silver Explorer wurde für zwei Zodiacfahrten bereit gemacht.

Nach einer 90-minütigen Zodiacfahrt der Gruppen Eins und Zwei, bei der sowohl Einstieg als auch Ausstieg an der Seitenpforte mit viel Schwell verbunden war, wurden die Gruppen ausgewechselt: Gruppen Drei und Vier gingen auf Zodiacfahrt, während die anderen der Wiederholung des Vortrages von Gast-Lektor P. Rosing folgen konnten.

Auf der Fahrt konnten wir verschiedene Gryllteisten, Dickschnabellummen, Skuas, Eismöwen, Dreizehenmöwen, Eiderenten und Küstenseeschwalben sehen. Selbst eine auf dem Eis liegende Ringelrobbe ließ sich nicht allzu sehr durch unsere Zodiacs stören. Das bewegte Wasser und Temperaturen um 2° Celsius brachten einen ersten Eindruck von der rauhen Arktis.

Auch wenn wir so etwas verfroren zurück an Bord gelangten, konnte man/frau sich noch schnell durch eine heiße Dusche auf den Willkommens-Cocktail um 19:00 Uhr vorbereiten. Kapitän Alexander Golubev stellte sich und seine leitenden Offiziere vor und meinte, dass wir eine ganz besondere Reise vor uns hätten.

Das anschließende Willkommens-Abendessen war ein kulinarischer Höhepunkt der Reise, auch wenn die See vielleicht etwas zu unruhig für manche Binnenländer war.

Wer Lust hatte, konnte noch auf einen Drink in die Panorama Lounge gehen und der Musik von Alfredo zuhören.

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