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Day 4 |
Jul 16, 2011

Andoyane Inseln, Monacobreen

By Astrid Guenther-Weigl, Biologin und Tierärztin

Koordinaten: 79°39’51 B, 13°28’31 L
Wetter: Bedeckt
Lufttemperatur: 3,5°C
Luftdruck: 1008 hPa
Wind: 18,7 km/h

Der Himmel bedeckt, aber trocken. Das war schon mal ein guter Anfang nach dem Schnee gestern Nachmittag.

Um 07.30 Uhr ankerten wir vor den Andoyane Inseln, den Enteninseln, einer kleinen Inselgruppe im Liefdefjord. Unsere „Bearguards“ hatten schon seit Stunden nach Eisbären Ausschau gehalten und auch tatsächlich einige entdeckt.

Bei ruhiger See nahmen acht Zodiacs Kurs auf eine kleine Insel, die gesäumt war von rotleuchtenden Felsenklippen und Sandstränden. Ich war zusammen mit Robin und vier Gästen im Boot. Dreizehenmöwen, Eismöwen und Küstenseeschwalbe waren zu sehen und letztere stürzten sich links und rechts neben uns ins Wasser um mit kleinen Fischen wieder aufzutauchen. Tatsächlich, da lag ein Eisbär in der von vierkantigem Heidekraut dominierten Tundra. Und noch einer. Begleitet von Küstenseeschwalben, die ihn unter großem Geschrei im Sturzflug attackierten, wanderte ein Bär den flachen Hügel herab Richtung Strand. Genau auf uns. Wenig beeindruckt von dem Klicken der Kameras begann er den Strand entlang zu wandern. Sichtlich auf der Suche nach etwas essbaren.

Doch dies sollten nicht die einzigen Eisbären bleiben. „Eine Mutter mit zwei Jungtieren“ die Durchsage durch das Funkgerät veranlasste Robin die nächste Insel anzusteuern. Hier lag eine Eisbärenmutter mit zwei Jungtieren auf einem sanft geneigten Hügel im Grünen. Leider bewegten sie sich nicht viel und so kehrten wir zur ersten Insel zurück. Was nun folgte, war die beste Eisbärsichtung, die ich je hatte.

Ein Bär war hinter dem Hügel hervor gekommen und kam herunter Richtung Strand. Zunächst wälzte er sich genüsslich auf dem Rücken und setzte sich hin um uns zu beobachten. Wir konnten unser Glück kaum fassen, doch es wurde noch besser. Entlang der Wasserkante laufend begann er Steine umzudrehen und bewegte sich dabei langsam auf eine Felsklippe zu, auf der zwei Eismöwen saßen. Sowohl die Möwen als auch der Bär taten uninteressiert. Doch ich denke beiden Tierarten war klar, dass der Bär auf die Möwen aus war. Bis auf etwa drei Meter konnte sich der Eisbär nähern. Dann flogen die Möwen auf und ein sichtlich enttäuschter der Bär blieb zurück.

Beim Mittagessen gab es kein anderes Thema außer Eisbären. Nicht nur bei den Gästen, sondern auch im Expeditionsteam. Die Eisbärsichtung war so ungewöhnlich, dass unser Kapitän Alexander Golubev und Robin unser Expeditionsleiter beschlossen, am Abend noch einmal hierhin zurück zu kehren.

Doch nun sollte erst einmal der zweite Höhepunkt des Tages kommen. Die 5 km breite Abbruchkante der Gletscher Monacobreen und Seligerbreen.

Unsere Zodiactour führte uns entlang des beeindruckenden Gletschers der in verschiedensten Blautönen schimmerte. Hunderte von Eismöwen, Dreizehenmöwen und Küstenseeschwalben schwirrten vor einer azurblauen Eiswand. Ein Schmelzwasserstrom quoll hier mit Wucht als unterirdischer Fluss hervor, Nährstoffe und Plankton mit an die Oberfläche bringend. Die Welt aus Vögel und Eis war fast unwirklich. Überall knisterte es und weit hinten an der ganz rechts liegenden Gletscherwand drehten selten zu sehende Elfenbeinmöwen, sowie Skuas und Schmarotzerraubmöwen ihre Runde.

Um 17.30 Uhr nahm die Silver Explorer noch einmal Kurs auf die Andoyane Inseln. Im Recap informierte Robin unserer begeisterten Gäste über die Planänderung für den heutigen Abend. Christian stellte gruselige Jagdmethoden auf Eisbären vor, Uli machte uns Appetit auf Algen und ich sprach über die Vögel des Tages.

Um 21.30 Uhr begann die Ausbootung für unsere zweite Eisbärbeobachtung. Fast alle Passagiere kamen mit. Im Licht der Mitternachtssonne spielte ein etwa 11/2 jähriges Eisbärenjunges Katz und Maus mit uns. Es lief immer wieder über einen Hügel auf die andere Seite der kleinen Insel, vor der wir mit den Zodiacs lagen, sodass wir ständig von einer Seite auf die andere fuhren. Nichtsdestotrotz, wir genossen den kleinen Eisbären, seine aufmerksame Mutter und die Stille im Fjord.

Um kurz nach 23 Uhr kehrten wir zum Schiff zurück. Kurz darauf nahm die Silver Explorer Kurs Richtung Norden nach Lagoya und eine leichte Dünung schaukelte uns nach einem perfekten Tag in den Schlaf.

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