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Day 3 |
Jun 25, 2011

Smeerenburg and Raudfjord

By Claudia Holgate, Climatologist

Co-ordinates: 79º44’N, 12º05’W

Weather: Clear sky and sunny
Air Temperature: 3.4C
Wind speed 3.3 km/h Northerly
Pressure 1020 hP
a

Today started with a bang, as we were getting ready for our landing at Smeerenburg in Amsterdamhoya, Northern Svalbard. I was all dressed up and ready to jump into my Zodiac when the call came through that Kara, our marine biologist had spotted a Polar Bear mother with a cub. Suddenly our plans changed as we watched them from the ship. Robin, our Expedition Leader, decided that we should get into Zodiacs and take our guests to see the bears from the boats closer to shore.

So we loaded the first two groups into our sturdy little rubber boats and headed out through the ice to see if the bears were still visible, and indeed they were. We watched them for a while as they crossed the sea ice in front of us. After a while we had to head back to the ship and change groups to give everyone an equal opportunity to have a close encounter with the bears. The second group saw the bears as they came around the corner along the coastline, ensuring that everybody enjoyed good sightings.

The bears changed our schedule around a bit as we still hadn’t been to Smeerenburg, but this is Expedition cruising, and flexibility is our middle name, so Robin asked the lecture staff to put on a lecture in both English and German on Polar Bears. Kara gave the English lecture that I attended and it was a fascinating talk on the life cycle of polar bears, giving us all the information on the bears that anyone would want.

After lunch we then had our landing at Smeerenburg, which is not the most exciting of landing sites, but one of historical importance as it is the site of Dutch whaling since the 17th Century. There are even reports of the Dutch whalers leaving 7 men during the winter as early as 1633. However, they succumbed to starvation and scurvy before the next summer whaling season. The town was probably inhabited by 200 men and we could see the remains of the ovens that the whalers used to render the whale blubber for use as oil in Europe. Some of us were very lucky to see a harbor seal as we reached the landing site, but he didn’t hang around very long, after having a look at us, he swam gracefully away.

The afternoon landing finished shortly after 5pm, when we could head back to the ship and shower and change before recap and briefing. Our recap was about to begin when Chris “Eagle Eyes” Srigley, spotted a mother Polar Bear and 2 cubs along the shoreline. The Captain managed to get us fairly close with the ship ensuring that everyone had good views and after watching them for a while we eventually had to being our belated recap and briefing and learn what was in store for us tomorrow. Dinner was then served in the restaurant followed by after dinner drinks to the background music of Alfredo. 

 

 

Tag 3 | 25. Juni, 2011 | Amsterdamøya, Smeerenburg
Uli Kunz, Meeresbiologe und Zodiac-Fahrer

Position: 79˚44’ N, 12˚05’ E
Wetter: Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein den ganzen Tag...
Lufttemperatur: 3 °C
Wassertemperatur: 4 °C
Luftdruck: 1020 hPa
Windgeschwindigkeit: 6 km/h

Der frühe Vogel fängt den Wurm... oder den Eisbären! Ein strahlend blauer Himmel begrüßte die Frühaufsteher auf den Außendecks, die sich das fantastische Panorama im Nordwesten von Spitzbergen nicht entgehen lassen wollten. Die Silver Explorer fuhr um 7:30 Uhr um die Insel Amsterdamøya herum, um im Südosten vor den fast vier Jahrhunderte alten Überresten der alten Walfangsiedlung Smeerenburg zu ankern. Aber dazu sollte es schon gar nicht kommen, denn typisch für Expeditionsreisen wird selten Plan A in die Tat umgesetzt... auf der gegenüberliegenden Seite des Fjordes wurden plötzlich von der Biologin Kara Weller zwei Eisbären entdeckt, die gemütlich auf der schnee- und eisbedeckten Uferböschung entlangwanderten! Die Aufregung war groß, die Außendecks schnell mit Neugierigen gefüllt und auf der Brücke wurde kurzerhand die Entscheidung getroffen, die Zodiac-Schlauchboote ins Wasser zu lassen, um den Bären einen Besuch abzustatten!

Ich holte schnell meine Ausrüstung, zog mir meine Float-Jacke (eine Jacke mit integrierter Schwimmweste) an und sprang in ein Schlauchboot, das bald darauf mit den ersten Gästen gefüllt war und in Wanderrichtung der Bären ablegte. Der am Morgen noch starke Wind hatte sich gelegt, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite... und die Eisbären ebenfalls! Als wir um eine Felsspitze bogen, lief die Bärenmutter mit ihrem kleinen Nachwuchs grade in Richtung eines gewaltigen Gletschers. Das Wasser davor war mit dichtem Packeis bedeckt, sodass wir mit den Booten nicht näher als ungefähr 200 Meter an die Bären heranfahren konnten, die sich nicht im Geringsten interessiert oder gestört an uns zeigten. Gerade als wir schon befürchteten, die beiden Bären könnten an der Seite des Gletschers hinauf auf das Hochplateau und damit außer Sichtweite laufen, bogen sie nach rechts ab und liefen über das dichte Eis hinüber zum anderen Ufer! Was für ein Glück, denn so konnten wir nach dem Wechsel der Gruppen am Schiff mit den nächsten Gästen wieder direkt an das andere Ufer fahren und die Bären weiter beobachten. Das Jungtier zeigte sich sehr verspielt, hüpfte andauernd hinter der Mutter herum, wich weit vom Pfad ab und untersuchte Steine und Eisbrocken. Das Bild der beiden Eisbären, die sich dicht am Ufer in der spiegelglatten Wasseroberfläche spiegeln, könnte man als malerisch bezeichnen. Oder als perfekt. Vielleicht beides...

Weil in den Booten soviele Fragen zum Leben der Eisbären gestellt wurden, entschieden wir uns, noch vor dem Mittagessen zwei Vorträge in englischer und in deutscher Sprache über Eisbären einzuschieben. Unsere 38 deutschsprachigen Gäste fanden sich mit großem Interesse in der Observation Lounge ein und hörten meinen Vortrag über Verhalten, Lebensweise und Mythen des “Königs der Arktis”, wie das stolze Tier gerne bezeichnet wird.

Nach dem Mittagessen ging es sofort wieder in die Schlauchboote. Ich bekam von unserem ersten Offizier das Gewehr ausgehändigt und packte die Munition und die Signalpistole ein. Insgesamt nehmen wir bei jeder Anlandung vier Gewehre mit, die zum Schutz der Gäste vor einem angreifenden Eisbären im extremen Notfall gedacht sind. Damit es nicht soweit kommt, überwachen speziell geschulte Bärenwächter das weitläufige Gebiet der jeweiligen Landungsstelle und stellen sicher, dass alle Gäste rechtzeitig mit den Booten evakuiert werden können, falls ein Bär gesichtet wird.

Von der ehemals großen Siedlung Smeerenburg ist heutzutage nicht mehr allzuviel übrig. Gegründet 1614, kamen in den Folgejahren während des kurzen Sommers bis zu 200 Dänen in den hohen Norden, um die reichen Fanggründe auszuschöpfen. Besonders die langsamen Grönlandwale waren sehr begehrt, da sie nicht nur gewaltige Mengen ihrer dicken Fettschicht, genannt “Blubber” lieferten, sondern auch einfach zu fangen waren und auch nach dem Tod an der Wasseroberfläche schwammen, was den Transport sehr vereinfachte. Deshalb nannte man diese und eine weitere, verwandte Art auch die “right whales”, die richtigen Wale. Allerdings haben diese Wale eine sehr lange Generationszeit und konnten sich von den immensen Verlusten innerhalb ihrer Population nie wieder richtig erholen. Der Walfang lohnte sich schon Ende des 17. Jahrhunderts nicht mehr, und bis heute gibt es vermutlich nicht mehr als 300 Tiere im gesamten Nordatlantik...

Vom Walfang zeugen heute noch mehrere gewaltige Knochenreste der Wale, die am Strand und im Hinterland verteilt liegen. Auch die Fundamente einstiger Trankocher konnten wir noch bestaunen, die heute wie bröckelnde Mahnmale aus der obersten Schicht des gefrorenen Bodens herausragen.

Als alle Gäste wieder zurück an Bord waren, wurde der Anker gelichtet und die Silver Explorer nahm Kurs in Richtung Raudfjord... aber auch der späte Vogel fängt den Wurm... oder noch einen Eisbären! Na gut, nehmen wir gleich DREI !! Von der Brücke aus entdeckte unser Bärenwächter Chris Srigley eine Bärenmutter mit ihren beiden Jungen direkt vor dem Schiff am Ufer. Dieses Mal wurden keine Schlauchboote ins Wasser gelassen, da wir nach einer halben Stunde fantastischer Bärenbeobachtung unseren Kurs wiederaufnehmen mussten, um die weiteren Ziele zu erreichen!

Soeben hat unser Navigations-Offizier von der Brücke angerufen und mir mitgeteilt, dass schon wieder ein Eisbär am Ufer gesichtet worden ist. Tatsächlich, da liegt er “nachts” (es herrscht strahlender Sonnenschein um 23 Uhr...) gemütlich im tiefen Schnee... der sechste Bär für diesen Tag! Kein schlechter Schnitt...

 

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